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China liefert neue Hightech-Waffen an den Sudan [11.04.2008]
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat China am Freitag
vorgeworfen, den Sudan mit neuen Waffenlieferungen hochzurüsten und so
den Völkermord in Darfur zu schüren. So habe China in den letzten
Monaten mindestens sechs A-5 Kampfjets sowie FN-6 Boden-Luft-
Lenkwaffensysteme an den Sudan geliefert. Dies belegten einem Bericht
des Herausgebers der kanadischen Zeitschrift Kanwa Defense Review
Monthly zufolge Satellitenaufnahmen sudanesischer Luftwaffenbasen sowie
die Auswertung von Videomaterial von Militärparaden.
"China beansprucht zwar einen Status als Weltmacht, übernimmt aber keine
Verantwortung für die Eindämmung des schlimmsten Völkermordes der
Gegenwart", kritisierte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. "Mit der
Lieferung neuer Kampfflugzeuge ermöglicht die Volksrepublik dem Sudan,
seine menschenverachtenden Bombardements der Zivilbevölkerung in
Darfur auszuweiten." Bislang waren alte Antonow-Transportflugzeuge aus
sowjetischer Produktion für die Zerstörung hunderter Dörfer im Westen des
Sudan eingesetzt worden. Bei solchen Luftangriffen waren zuletzt im
Februar/März 2008 mehr als 100 Dorfbewohner getötet und 30.000
Menschen vertrieben worden.
Noch im März 2008 hatte das chinesische Außenministerium geleugnet, für
die Bewaffnung des Sudan verantwortlich zu sein. Doch 2004 bis 2006 soll
die Volksrepublik leichte Waffen im Wert von 55 Millionen US-Dollar an den
Sudan verkauft haben. Dies seien 90 Prozent der vom Sudan in diesem
Zeitraum importierten leichten Waffen gewesen, wurde Peking vorgeworfen.
China gilt als engster Verbündeter der sudanesischen Regierung in
Khartum. Zwei Jahre nach Beginn des Genozids in Darfur hatten China und
der Sudan im Jahr 2005 ein Militärabkommen abgeschlossen, das
Militärhilfe und Rüstungslieferungen im Wert von 80 Millionen US-Dollars
umfasste. Im Gegenzug ist China heute der wichtigste Handelspartner des
Sudan. Zwei Drittel seiner Exporterlöse werden mit der Volksrepublik erzielt.
Rund 80 Prozent des im Sudan geförderten Öls werden nach China
ausgeführt.
"Als Gegenleistung deckt Chinas Führung systematisch die
Verantwortlichen des Völkermordes in Darfur", erklärte Delius. "Mit allen
Mitteln verhindert Peking, dass Sanktionen gegen den Sudan verhängt
werden und der politische Druck auf Khartum verstärkt wird." Im Vorfeld der
Olympischen Spiele betone China sein Engagement für Frieden in Darfur,
lasse den Worten jedoch keine Taten folgen.
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