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Neue "Gerechtigkeit für Darfur-Kampagne" fordert Auslieferung [28.04.2008]
In einer neuen Kampagne fordern Menschenrechtsorganisationen aus aller
Welt, unter ihnen die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV),
Gerechtigkeit für Darfur:
Vor einem Jahr, am 27. April 2007, erließ der
Internationale Strafgerichtshof (IstGH) Haftbefehl gegen den ehemaligen
Innenminister des Sudan, Ahmad Harun, sowie gegen Ali Kushayb, einen
Führer der mörderischen Janjaweed-Reitermilizen. Ihnen werden im
Zusammenhang mit der Darfur-Krise 51 Kriegsverbrechen und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.
Doch auch ein Jahr nach den internationalen Haftbefehlen gibt es keinerlei
Anzeichen dafür, dass der Sudan bereit wäre, die beiden Kriegsverbrecher
zur Verantwortung zu ziehen.
Ali Kushayb wurde im Oktober 2007 aus "Mangel an Beweisen" aus der
Untersuchungshaft freigelassen. Ahmad Harun, der persönlich Janjaweed-
Milizen rekrutiert, finanziert und bewaffnet haben soll, ist mittlerweile als
Minister für Humanitäre Angelegenheiten für das Wohlergehen der über 2,5
Millionen Darfur-Flüchtlinge zuständig. Er fungiert als wichtige
Kontaktperson für die UNAMID-Friedenstruppe und ist Mitglied eines
Komitees, an das Opfer von Menschenrechtsverletzungen ihre
Beschwerden richten sollen.
Gerechtigkeit für Darfur!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker International sowie zahlreiche weitere
Menschenrechtsorganisationen appellieren dringend an den UN-
Sicherheitsrat, eine Resolution zu verabschieden, in der die sudanesische
Regierung aufgefordert wird, mit dem Internationalen Strafgerichtshof voll
und ganz zusammenarbeiten und Ahmad Harun sowie Ali Kushayb zu
verhaften und an den IstGH auszuliefern.
Die Kampagne hat sich diesbezüglich auch an die Europäische Union, die
Afrikanische Union, die Arabische Liga und zahlreiche Einzelstaaten
gewandt, darunter Deutschland.
Die GfbV International bedauert, dass die deutsche Bundesregierung nicht
mehr Initiativen für ein Ende der Straflosigkeit in Darfur entwickelt. "Leider
hat Deutschland seine Vorreiterrolle bei der Förderung des Internationalen
Strafgerichtshofes verloren", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.
Unter der vorangegangenen rot-grünen Bundesregierung habe Deutschland
maßgeblichen Anteil daran gehabt, dass trotz des anfänglichen Widerstands
der USA der Internationale Strafgerichtshof damit betraut wurde, die
Verantwortlichen für den Völkermord in Darfur zu bestrafen.
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