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Bewährungsstrafe für sudanesischen Spion in Berlin [10.05.2008]
Mit Spionage erstickt die sudanesische Regierung bei ihren eigenen
Bürgern nicht nur jeden Ansatz von Vertrauen, sie entlarvt ihre Politik der
friedlichen Einheit mit dem Südsudan auch als falsches Spiel.
Verbunden mit der Überschrift "Sudanesische Regierung spielt falsches Spiel" hat dies die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) dem Regime in Khartum am Freitag vorgeworfen, nachdem das Berliner Kammergericht am Donnerstag einen
40 Jahre alten Sudanesen wegen Spionage für den sudanesischen
Geheimdienst zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt hatte.
"Die radikal-islamischen Machthaber des Sudan zeigen ihr wahres Gesicht,
wenn sie einerseits mit den Südsudanesen eine Koalitionsregierung in
Khartum bilden und an sie appellieren, die Einheit des Landes nicht zu
gefährden, und sie andererseits im Ausland systematisch ausspionieren",
kritisierte der GfbV-Sudan-Experte Ulrich Delius. "So wird kein Vertrauen
geschaffen, um langfristig Frieden und ein Ende der schweren
Menschenrechtsverletzungen im Sudan zu sichern".
Nicht nur in Deutschland lebende Südsudanesen, auch
Menschenrechtsorganisationen wie die GfbV seien ausgekundschaftet
worden, berichtete Delius. So habe der Verurteilte der sudanesischen
Botschaft in Berlin Informationen über Aktivitäten von Exil-Sudanesen sowie
über mehrere Veranstaltungen der GfbV übermittelt. Er lebt seit mehr als
zehn Jahren in Berlin und befindet sich nun wieder auf freiem Fuß. Da er
geständig gewesen sei und bereits sechs Monate Untersuchungshaft
verbüßt habe, sei die Strafe zur Bewährung ausgesetzt worden, hieß es zur
Begründung.
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