Nachrichten & Termine zu Darfur (Sudan)
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Darfur im Sudan: Nachrichten und Termine
Schicksal der Menschen in Darfur im Blick [18.09.2004]
Die Westfälischen Nachrichten (Münster) berichteten mit Veranstaltungsbild am 18.9.2004:
Schicksal der Menschen in Darfur im Blick
Gesellschaft für bedrohte Völker diskutiert mit Staatsministerin Kerstin Müller
Münster. In einem Punkt waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: Die Vertreibungen der schwarz-afrikanischen durch das sudanesische Militär und die arabischen Reitermilizen in der Provinz Darfur stellen schwerste Völkerrechtsverletzungen dar und zwingen die Weltgemeinschaft zum Handeln. Bei der Bewertung diese Konfliktes gingen die Meinungen jedoch auseinander.
Bei der von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), der Europa-AG der Grünen und der Darfur-Hilfe in der "Brücke" organisierten Podiumsdiskussion sprachen Dr. Kajo Schukalla von der GfbV und Ahmed Musa von der Darfur-Hilfe ohne Umschweife von "Völkermord". Staatsministerin Kerstin Müller vermied diesen Begriff. "Der Konflikt ist vielschichtiger und nicht zu vergleichen mit Ruanda, wo vor zehn Jahren eindeutig eine Ethnie die andere auslöschen wollte", begründete die prominente Grünen-Politikerin.
1,2 Millionen befinden sich in Darfur auf der Flucht [nach GfbV-Schätzungen eher zwei Millionen. KjS], schätzungsweise 50.000 wurden ermordet [geschätzte Gesamtzahl der Todesopfer ca. 120.000. KjS]. Immerhin konnte die UNO - auch auf Drängen der Bundesregierung - erreichen, dass die Zentralregierung Hilfsorganisationen in die Flüchtlingslager hineinlässt. Müller: "Mittlerweile erreichen wir zwischen 70 und 80 Prozent der Betroffenen." Sie sprach sich dafür aus, der Afrikanischen Union bei der Lösung des Konflikts die Federführung zu überlassen und von Seiten der westlichen Welt größtmögliche Unterstützung anzubieten. Darüber hinaus forderte sie ein Waffenembargo seitens der UNO.
Nach Schukallas Einschätzung könnte lediglich ein Ölembargo die Zentralregierung in Khartum empfindlich treffen. Die Boykottierung von Waffenlieferungen würde angesichts der Munitionsreserven frühestens "in zehn Jahren" greifen. Schukalla gestand ein, dass China gegen ein solches Embargo im Weltsicherheitsrat wohl sein Veto einlegen werde.
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