Erdöl in Darfur und im Sudan

Ohne die Rolle des Erdöls, die Interessen einiger Supermächte am Erdöl des Sudan und angrenzender Staaten lässt sich einiges in der internationalen Politik, das direkt oder indirekt die Menschen in Darfur betrifft, kaum verstehen.
Der Bereich wird ausgebaut.

Öl-Exporteur außerhalb der OPEC

Der Sudan exportiert Öl, ist jedoch nicht Mitglied der "Organisation Erdöl exportierender Staaten" (OPEC).

Erdöl vor allem im Süd-Sudan

Teile der Erdöl-Vorkommen liegen in Darfur. Eine Karte der Erdölförderstellen bietet der Rheinische Merkur in dem Interview "FRAGEN AN Winrich Kühne: „Das Morden beenden".".

Erdöl im Sudan: Rückblick

1977 stieß der texanische Konzern Chevron (Texaco-Gruppe) bei Probebohrungen südlich der Nuba-Berge auf reichhaltige Ölquellen. Daraufhin legt die Regierung die Grenzen der Bundesstaaten neu fest, um die Ölgebiete unter die Kontrolle des Nordens zu bringen.

Die Regierung startete darüber hinaus Vertreibungen aus den Ölgebieten (Oberer Nil), da sie an zügiger Förderung interessiert war, um ihren Devisenbestand zu vergrößern. Dabei soll das im Südsudan gewonnene Erdöl über die etwa 1.600 km lange Pipeline zwischen Bentiu und der Hafenstadt Port Sudan nach Norden transportiert und dort raffiniert werden. Die Bevölkerung des Südsudan geht im Plan der Regierung erneut leer aus, was Arbeitsplätze und verbesserte Infrastruktur angeht. Seit 1980 arbeiten überwiegend französische Firmen an der Fertigstellung der Pipeline, trotz aller Proteste.

Wegen der anhaltenden Kämpfe im Gebiet verkaufte Chevron 1983 seine Konzessionen an die kanadische Arakis Oil Corporation, die von da an ein Viertel des Konsortiums hält. Desweiteren sind chinesische Firmen mit 40 Prozent, malaysische mit 30 Prozent, und sudanesische, regierungsnahe Firmen an dem Projekt beteiligt. Außerdem erhielten französische, österreichische und US-Firmen Konzessionen für die Öl-Förderung. Für die im Bau befindliche Pipeline zwischen den Öl-Gebieten und Port Sudan hatte auch das deutsche BMZ 1983 zwei Kredite beigesteuert. Bis 1996 häuften sich jedoch die Zahlungsrückstände, da das Projekt nicht vollendet werden konnte.

Erst Mitte der 1990er gelang der Regierung eine Wiederaufnahme der Öl-Förderung. Unter massivem Militärschutz begann 1999 die Produktion durch chinesische, malaysische, kanadische und schwedische Firmen. Im Jahr 2000 wurden 8 Millionen Tonnen gefördert. Die Netto-Einnahmen der Regierung werden auf 300 Millionen Dollar im Jahr 2000 geschätzt. Welche schwerwiegenden Folgen die forcierte Öl-Förderung für Umwelt und Zivilbevölkerung haben, ließ die kanadische Regierung 1999 untersuchen. Ihre Ergebnisse waren erschreckend: Intensivierung der Kämpfe im Fördergebiet, Flucht und Vertreibung der Zivilbevölkerung, Verschärfung sklavereiähnlicher Zustände, Umweltschäden wie z.B. verbrannte Felder.

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