Wissenswertes: Darfur und der Sudan
Alltägliche Marktsituation in Tine (Tschad) im März 2004.
© Darfur-Hilfe e.V./Meike Meerpohl
Unter welchen Bedingungen leben die Menschen im Sudan und besonders in Darfur? Hier finden Sie Informationen über Bevölkerung und Religionen, Geographie und Wirtschaft.
Der Bereich wird ausgebaut.
Der Sudan und seine Nachbar-Staaten
Klima und Witterung: Regenzeit
Provinzen in Darfur: Gharb Darfur u.a.
Surftipps: Informationen zu Darfur
Zu den internationalen Akteuren:
Internationale Akteure und der Konflikt in Darfur
Was ist und wo liegt Darfur? Landkarte
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Karte der Provinzen des Sudan
Darfur oder Darfour ist der im Sudan geläufige Name für den Westen des Sudan.
Darfur hat etwa die Größe Frankreichs, liegt im Landesinneren und hat - wie die Karte des Sudan zeigt - keine Verbindung zum Roten Meer. Hilfsgüter können nicht über einen Hafen angeliefert werden. Der nördlichste, der Küste am nächsten liegende Teil von Darfur liegt nach dieser Landkarte des Sudan etwa 1.000 Kilometer von ihr und dem einzigen Hafen des Sudan, Port Sudan, entfernt.
Der Sudan und seine Nachbarn
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Karte des Sudan - für eine Detail-Karte von Darfur mit Orts-Namen siehe eine Karte der UNO:
Der Sudan ist Afrikas größter Flächenstaat (2,5 Millionen Quadratkilometer) und hat zahlreiche Nachbarstaaten, Darfur drei: Libyen, den Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Die anderen Nachbarstaaten des Sudan sind im Norden Ägypten, im Osten Eritrea und Äthiopien, im Süden Zentralafrikanische Republik, Kongo (Zaire), Uganda und Kenia. Im Nordosten grenzt der Sudan an das Rote Meer.
Im Blick auf die Religion liegt der Sudan am Rand der islamischen Welt.
Die meisten Flüchtlings-Bewegungen vollziehen sich in West-Darfur in Richtung des Tschad (auf der Landkarte des Sudan links zu sehen).
Eines der zurzeit wichtigsten Nachbarländer des Sudan ist der Tschad:
selbst lange ein instabiles Gebilde, da von Lybien aus immer wieder seine Grenze in Frage gestellt wurde. Frankreich war als ehemalige Kolonialmacht des Tschad mit Streitkräften im Tschad, besonders an der Grenze zu Lybien.
Klima
Die Regenzeit beginnt normalerweise im Juni. Mit dem Regen kommt die Malaria.
Vegetation und Ackerbau
Die fruchtbaren Gebiete
liegen alle im Süden des Sudan, nicht in Darfur. Das Satelliten-Foto des Sudan zeigt es. Der Nil durchfließt den Sudan, jedoch weit östlich von Darfur. Darfur hat keinen größeren Fluss.
Der Sudan ist jedoch weniger abhängig vom Nil als Ägypten, denn anders als in Ägypten profitiert die Landwirtschaft des Sudan auch von Regenfällen.
Darfur ist geprägt durch Wüste, Dornstrauch- und Sukkulenten-Savanne sowie Trockensavanne. Angebaut werden in einigen wenigen fruchtbareren Gebieten hauptsächlich Hirse, Tabak und Erdnüsse.
Der Sudan: Basisdaten
- Ein Vielvölkerstaat (ca. 500 - 600 Völker, Stämme und Unterstämme), mehr als 130 unterschiedliche Sprachen
ca. 38,1 Mio. Einwohner (Stand 2003); Bevölkerungswachstum: 2,8% - Altersstruktur: 45% unter 15 Jahre, 2% über 65 Jahre
- Lebenserwartung: 58 Jahre
- Religionen: Sunnitische Muslime 74,7 %, Naturreligionen 17,1 % und Christen 8,2%

- Einwohner pro Arzt: 9360
- Analphabeten: Männer 30%, Frauen 52%
- BSP/Kopf 340 US-Dollar
- Währung: Sudanesisches Pfund = 100 Piastres
- Gliederung: 9 Bundesstaaten, 66 Provinzen und 218 Bezirke
- Staatsform: Islamisches Militärregime. Der Sudan wurde 1956 unabhängig.
Die Wirtschaft des Sudan
Der Sudan exportiert Öl, ist jedoch nicht Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC). Teile der Erdöl-Vorkommen liegen in Darfur. Eine Karte der Erdölförderstellen bietet der Rheinische Merkur in dem Interview "FRAGEN AN Winrich Kühne: „Das Morden beenden".".
Mehr über Das Erdöl, der Sudan, und Darfur
Darfur: Hintergrund-Berichte und Analysen
Erdöl, Wirtschaft und Politik im Sudan [19.11.2004]
1977 stieß der texanische Konzern Chevron (Texaco-Gruppe) bei Probebohrungen südlich der Nuba-Berge auf reichhaltige Ölquellen. Daraufhin legt die Regierung die Grenzen der Bundesstaaten neu fest, um die Ölgebiete unter die Kontrolle des Nordens zu bringen.
Die Regierung startete darüber hinaus Vertreibungen aus den Ölgebieten (Oberer Nil), da sie an zügiger Förderung interessiert war, um ihren Devisenbestand zu vergrößern. Dabei soll das im Südsudan gewonnene Erdöl über die etwa 1.600 km lange Pipeline zwischen Bentiu und der Hafenstadt Port Sudan nach Norden transportiert und dort raffiniert werden. Die Bevölkerung des Südsudan geht im Plan der Regierung erneut leer aus, was Arbeitsplätze und verbesserte Infrastruktur angeht. Seit 1980 arbeiten überwiegend französische Firmen an der Fertigstellung der Pipeline, trotz aller Proteste.
Wegen der anhaltenden Kämpfe im Gebiet verkaufte Chevron 1983 seine Konzessionen an die kanadische Arakis Oil Corporation, die von da an ein Viertel des Konsortiums hält. Desweiteren sind chinesische Firmen mit 40 Prozent, malaysische mit 30 Prozent, und sudanesische, regierungsnahe Firmen an dem Projekt beteiligt. Außerdem erhielten französische, österreichische und US-Firmen Konzessionen für die Öl-Förderung. Für die im Bau befindliche Pipeline zwischen den Öl-Gebieten und Port Sudan hatte auch das deutsche BMZ 1983 zwei Kredite beigesteuert. Bis 1996 häuften sich jedoch die Zahlungsrückstände, da das Projekt nicht vollendet werden konnte.
Erst Mitte der 1990er gelang der Regierung eine Wiederaufnahme der Öl-Förderung. Unter massivem Militärschutz begann 1999 die Produktion durch chinesische, malaysische, kanadische und schwedische Firmen. Im Jahr 2000 wurden 8 Millionen Tonnen gefördert. Die Netto-Einnahmen der Regierung werden auf 300 Millionen Dollar im Jahr 2000 geschätzt. Welche schwerwiegenden Folgen die forcierte Öl-Förderung für Umwelt und Zivilbevölkerung haben, ließ die kanadische Regierung 1999 untersuchen. Ihre Ergebnisse waren erschreckend: Intensivierung der Kämpfe im Fördergebiet, Flucht und Vertreibung der Zivilbevölkerung, Verschärfung sklavereiähnlicher Zustände, Umweltschäden wie z.B. verbrannte Felder.
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Kartenmaterial zu Darfur und dem Sudan: Hinweise
Es gibt vielfältiges Kartenmaterial zu verschiedenen Fragen, von der Geographie bis zur Lage einzelner Dörfer in Darfur und dem Tschad.
www.usaid.gov/press/speeches/2004/Darfur_villages.pdf - PDF, mehr als 2 MB (Quelle: USAID - www.usaid.gov)
